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Team & Einführung

Digitalisierungsworkshop: Mit einem klaren Plan anfangen

Was ein Digitalisierungsworkshop bringen sollte: echte Abläufe verstehen, Probleme priorisieren und einen umsetzbaren ersten Schritt für deinen Betrieb festlegen.

Redaktion DigitalvorhabenStand: 3 Min. Lesezeit
Illustration: Menschen führen gemeinsam neue Software ein

Im Büro fehlt die Zeit, auf der Baustelle die Information und beim Chef die Übersicht. Alle wünschen sich bessere Software, meinen damit aber unterschiedliche Dinge. Ein gemeinsamer Workshop kann diese Wünsche auf einen überprüfbaren Nenner bringen.

Das Ergebnis sollte dir auch dann helfen, wenn du anschließend noch kein Entwicklungsprojekt beauftragst.

Wer mit an den Tisch gehört

Die Geschäftsführung kennt Ziele und Rahmenbedingungen. Das Büro weiß, welche Informationen fehlen und wo Rückfragen entstehen. Außendienst, Werkstatt oder Bauleitung kennen die Bedingungen, unter denen eine Lösung später funktionieren muss.

Beziehe je nach Ablauf auch die Person ein, die bestehende Software betreut. Nicht jeder muss den ganzen Termin begleiten. Für entscheidende Übergaben sollten aber beide Seiten gehört werden. Sonst wird im Besprechungsraum ein Prozess entworfen, der im Alltag nicht funktioniert.

Was du vorbereiten solltest

Bringe zwei oder drei typische Vorgänge mit: einen normalen Auftrag, eine Änderung und einen schwierigen Fall. Dazu gehören verwendete Formulare, Listen und die beteiligten Programme. Für die Vorbereitung genügen oft anonymisierte Beispiele.

Eine grobe Schätzung zu Häufigkeit und Zeitaufwand hilft beim Priorisieren. Es geht nicht darum, jede Minute zu erfassen. Es geht darum, einen täglich auftretenden Engpass von einem seltenen Ärgernis zu unterscheiden.

So wird aus Beschwerden ein verständlicher Ablauf

Zeichnet gemeinsam auf, wie ein Vorgang beginnt, welche Stationen er durchläuft und wann er abgeschlossen ist. Markiert doppelte Eingaben, Wartezeiten, Rückfragen und Stellen, an denen Informationen nur bei einer Person liegen.

Beschreibt anschließend das gewünschte Ergebnis, ohne schon ein Produkt festzulegen. Aus „Wir brauchen eine App“ wird beispielsweise „Der Baustellenbericht soll vor Feierabend vollständig im Büro vorliegen“. Dieses Ziel lässt sich später mit unterschiedlichen Lösungen prüfen.

Priorisieren nach Nutzen und Umsetzbarkeit

Bewertet mögliche Vorhaben danach, wie häufig sie helfen, wie viel Aufwand sie vermeiden und welche Voraussetzungen fehlen. Eine hohe theoretische Ersparnis bringt wenig, wenn Daten und Zuständigkeiten dafür noch nicht vorhanden sind.

Wählt einen ersten Schritt mit klarer Grenze. Haltet fest, welche Bereiche bewusst später kommen. Diese Entscheidung schützt vor einem Projekt, das gleichzeitig Kundenverwaltung, Einsatzplanung und Buchhaltung neu ordnen soll.

Welche Ergebnisse du mitnehmen solltest

Am Ende solltest du den heutigen Ablauf, die wichtigsten Hindernisse und eine priorisierte Liste möglicher Maßnahmen in verständlicher Form erhalten. Zum ersten Vorhaben gehören ein Verantwortlicher, offene Fragen und ein Vorschlag, wie der Nutzen geprüft wird.

Nicht jeder Workshop führt zu Individualsoftware. Manchmal reicht eine bessere Nutzung vorhandener Funktionen, eine kleine Anbindung oder eine organisatorische Vereinbarung. Genau diese Einordnung macht die Vorarbeit wertvoll.

Das kannst du konkret mitnehmen

  • Büro, operative Arbeit und Geschäftsführung einbeziehen.
  • Echte Vorgänge und vorhandene Werkzeuge zeigen.
  • Einen ersten Ablauf mit messbarem Ziel auswählen.
  • Ergebnisse, offene Fragen und Verantwortung schriftlich festhalten.

Häufige Fragen

Müssen wir schon wissen, welche Software wir wollen?

Nein. Der Workshop soll zuerst klären, welches Problem gelöst werden muss. Ein konkretes Produkt kann anschließend an den Anforderungen gemessen werden.

Verpflichtet ein Workshop zu einer Umsetzung?

Das sollte im Angebot eindeutig geregelt sein. Bei Digitalvorhaben dient der Workshop zunächst der Klarheit über mögliche Schritte; eine weitere Umsetzung wird gesondert vereinbart.

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