Zum Inhalt springen
Software auswählen

Was kostet ein Softwareprojekt? So planst du ein realistisches Budget

Entwicklung ist nur ein Teil der Softwarekosten. So kalkulierst du Einführung, Datenübernahme und Betrieb und vergleichst Angebote für ein kleines Softwareprojekt.

Redaktion DigitalvorhabenStand: 4 Min. Lesezeit
Illustration: Unterschiedliche Aufwände gemeinsam betrachten

„Was kostet eine kleine App für unseren Betrieb?“ Darauf gibt es ohne Aufgabenbeschreibung keine sinnvolle Zahl. Eine einfache Erfassung für das eigene Team ist ein anderes Projekt als eine Plattform für Kunden, Partner und mehrere Standorte.

Du brauchst trotzdem keine fertige technische Spezifikation, um Orientierung zu bekommen. Eine klare Beschreibung des Ablaufs und ein paar echte Beispiele reichen für den ersten Schritt.

Vier Kostenblöcke gehören ins Budget

Die Klärung umfasst Abläufe, Anforderungen und die Frage, ob eine bestehende Lösung ausreicht. Die Umsetzung beinhaltet Gestaltung, Entwicklung, Anbindungen und Prüfungen. Für die Einführung kommen Datenübernahme, Schulung und die Umstellung der Arbeitsweise hinzu. Danach folgen Betrieb, Wartung und mögliche Erweiterungen.

Ein Angebot, das nur die Entwicklung aufführt, ist deshalb noch kein vollständiger Kostenvergleich. Frage ausdrücklich, was für einen alltagstauglichen Start enthalten ist. Auch deine interne Zeit hat einen Wert: Jemand muss Rückfragen beantworten, Beispiele liefern und Ergebnisse prüfen.

Was den Aufwand besonders verändert

Mehrere Nutzergruppen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten brauchen mehr Abstimmung als ein internes Werkzeug für drei Personen. Auch Schnittstellen, unbereinigte Altdaten, mobile Nutzung ohne Empfang und aufwendige Freigaben können zusätzliche Arbeit verursachen.

Halte für jede gewünschte Funktion fest, warum sie gebraucht wird und was ohne sie passiert. So lassen sich notwendige Bestandteile von späteren Erweiterungen unterscheiden. Eine Funktion ist nicht automatisch klein, nur weil sie auf dem Bildschirm wie ein einzelner Knopf aussieht.

Ein Rechenbeispiel für den Nutzen

Angenommen, ein Betrieb prüft ein Vorhaben mit 12.000 Euro einmaligem Aufwand und 150 Euro laufenden Kosten im Monat. Wenn dadurch tatsächlich 15 Stunden monatlich frei werden und intern mit 40 Euro je Stunde gerechnet wird, beträgt der Zeitwert 600 Euro. Nach laufenden Kosten bleiben rechnerisch 450 Euro im Monat. Die einfache Amortisation läge dann bei rund 27 Monaten.

Das ist eine Beispielrechnung und weder ein Angebot noch ein übliches Projektergebnis. Einführung, Finanzierung, zusätzlicher interner Aufwand und spätere Änderungen sind darin nicht vollständig berücksichtigt. Vor allem gilt: Freie Zeit wird erst wirtschaftlich wirksam, wenn sie im Betrieb sinnvoll genutzt werden kann.

Festpreis braucht einen klaren Rahmen

Ein Festpreis ist besonders hilfreich, wenn Umfang und Abnahme nachvollziehbar beschrieben sind. Vereinbare, welche Nutzerrollen, Abläufe und Anbindungen enthalten sind und woran ihr gemeinsam erkennt, dass die Lösung fertig ist.

Änderungen werden auch dann vorkommen. Kläre vorab, wie sie bewertet und freigegeben werden. Eine kurze schriftliche Beschreibung mit Auswirkungen auf Preis und Termin ist verständlicher als ein nachträglicher Streit darüber, was ursprünglich gemeint war.

Förderung ist ein eigener Prüfungsschritt

Ob eine Förderung infrage kommt, hängt vom Programm, dem Betrieb und dem Vorhaben ab. Rechne zuerst mit einem wirtschaftlich tragfähigen Projekt ohne zugesagten Zuschuss. Die aktuellen Programme und Quellen findest du in unserem bestehenden Förderratgeber.

Bevor du Leistungen verbindlich beauftragst, müssen die jeweils geltenden Bedingungen und der zulässige Projektbeginn geklärt sein. Ein DigitalCheck kann die erste Einordnung unterstützen; er ist keine Bewilligung einer Förderstelle.

Das kannst du konkret mitnehmen

  • Einmalige und laufende Kosten getrennt auflisten.
  • Interne Arbeitszeit und Einführung berücksichtigen.
  • Eine realistische Nutzenrechnung mit eigenen Zahlen erstellen.
  • Umfang, Abnahme und Umgang mit Änderungen vereinbaren.

Förderprogramme in Baden-Württemberg mit aktuellem Stand und Quellen →

Häufige Fragen

Kann ich vor einem Workshop einen Festpreis bekommen?

Eine erste Größenordnung ist oft möglich. Für einen belastbaren Festpreis müssen aber die wesentlichen Abläufe, Nutzerrollen und Anbindungen geklärt sein. Sonst bleibt das Angebot voller Annahmen.

Ist eine erste Version dasselbe wie ein fertiges Gesamtsystem?

Nein. Eine erste nutzbare Version deckt bewusst einen begrenzten Ablauf ab. Sie muss für diesen Einsatz verlässlich sein, enthält aber noch nicht jede spätere Erweiterung.

Quellen & weiterführende Einblicke

Für Handwerk und KMU neu aufbereitet. Ursprüngliche Projektmeldungen und vertiefende Inhalte:

Passt zu deiner nächsten Frage

Alle Beiträge →

Vom Lesen zum nächsten Schritt

Was würde deinen Betrieb wirklich entlasten?

Du musst die technische Lösung noch nicht kennen. Beschreibe im kostenlosen DigitalCheck, wo heute Zeit verloren geht.

DigitalCheck starten

Kostenlos & unverbindlich