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Software sicher betreiben: Was vor dem Start geklärt sein muss

Zugänge, Datensicherung, Updates und Betreuung: Welche Fragen kleine Betriebe vor dem Start einer neuen Software klären sollten, damit aus einer Demo ein Arbeitsmittel wird.

Redaktion DigitalvorhabenStand: 3 Min. Lesezeit
Illustration: Informationen zwischen verbundenen Systemen austauschen

Ein Prototyp kann in kurzer Zeit zeigen, wie eine Idee aussehen könnte. Sobald echte Kunden- und Auftragsdaten darin bearbeitet werden, ändern sich die Anforderungen. Dann muss auch das funktionieren, was man in der Oberfläche nicht sofort sieht.

Die folgenden Fragen helfen dir im Gespräch mit dem Anbieter. Du musst die technischen Maßnahmen nicht selbst umsetzen, solltest die Zuständigkeit aber kennen.

Wer darf welche Daten sehen und ändern?

Jede Person sollte einen eigenen Zugang erhalten. Gemeinsame Konten machen es schwer, Änderungen zuzuordnen oder ausgeschiedenen Mitarbeitenden gezielt den Zugriff zu entziehen. Prüfe mit dem Anbieter, welche zusätzliche Absicherung für Anmeldungen vorgesehen ist.

Unterschiedliche Rollen brauchen passende Rechte. Ein externer Partner sollte nur die für ihn bestimmten Vorgänge sehen. Lass das mit getrennten Testzugängen prüfen. Eine ausgeblendete Schaltfläche allein ist noch keine verlässliche Zugriffssperre.

Eine Sicherung muss sich wiederherstellen lassen

Frage, welche Daten gesichert werden, wie häufig das geschieht und wie lange Sicherungen verfügbar bleiben. Entscheidend ist außerdem, ob und wann eine Wiederherstellung tatsächlich erprobt wurde.

Eine laufende Synchronisierung ist nicht automatisch ein Backup: Fehler oder Löschungen können dabei ebenfalls übertragen werden. Besprecht, wie viel Datenverlust im Ernstfall verkraftbar wäre und wie lange der Betrieb ohne die Anwendung auskommt. Daraus ergibt sich, welcher Aufwand sinnvoll ist.

Updates und Störungen brauchen Verantwortliche

Programme und ihre Bestandteile müssen gepflegt werden. Kläre, wer Updates bewertet, einspielt und ihre Wirkung prüft. Vereinbare auch, wie Änderungen angekündigt werden und welche Arbeiten zur laufenden Betreuung gehören.

Für Störungen braucht es einen bekannten Kontakt und einen abgestimmten Ablauf. Nicht jeder Fehler legt den Betrieb still. Beschreibt deshalb, was als dringender Ausfall gilt und wie zwischenzeitlich gearbeitet wird. Auch ein manueller Ersatzprozess muss vorbereitet sein.

Daten und Zugänge sollen übergebbar bleiben

Dokumentiert, welche Dienste verwendet werden und wer die administrativen Zugänge kontrolliert. Der Betrieb sollte nicht allein davon abhängen, dass eine bestimmte Person erreichbar ist. Bei einer Übergabe müssen Berechtigungen und Verantwortlichkeiten sauber übertragen werden.

Teste auch den Datenexport. Eine Datei ist nur dann hilfreich, wenn die wichtigen Inhalte und Verknüpfungen nachvollziehbar enthalten sind. Frage nach dem Aufwand, sie bei Bedarf in ein anderes System zu übernehmen.

Nimm mit echten Abläufen ab

Prüfe normale Vorgänge, fehlende Angaben, falsche Eingaben und eingeschränkte Nutzerrechte. Notiere offene Punkte und unterscheide, was vor dem Start behoben sein muss und was später verbessert werden kann.

Für betriebliche Sicherheitsmaßnahmen bietet das BSI weiterführende Orientierung. Die konkrete Ausgestaltung hängt von den verwendeten Daten und der Bedeutung der Anwendung ab; eine pauschale Aussage „sicher“ ersetzt keine nachvollziehbare Umsetzung.

Das kannst du konkret mitnehmen

  • Eigene Zugänge und passende Rollen prüfen.
  • Sicherung und Wiederherstellung konkret vereinbaren.
  • Betreuung, Ausfallkontakt und Ersatzablauf festlegen.
  • Datenexport und Übergabe vor dem Start klären.

Häufige Fragen

Ist mit KI entwickelte Software automatisch unsicher?

Nein. Entscheidend sind Entwicklung, Prüfung und Betrieb. Auch schnell erstellte Software benötigt geeignete Sicherheitsmaßnahmen und eine fachgerechte Abnahme.

Reicht es, wenn der Anbieter sagt, dass Backups vorhanden sind?

Frage zusätzlich nach Umfang, Häufigkeit, Aufbewahrung und einer erprobten Wiederherstellung. Erst damit lässt sich einschätzen, ob die Sicherung zu eurem Betrieb passt.

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